40 Jahr-Feier Bruneck2018-09-07T11:23:32+00:00

40 Jahr-Feier Bruneck

Am Donnerstag, 22. Februar 2018 feierte die fabe Bruneck ihr 40-jähriges Bestehen. Zu diesem freudigen Anlass luden wir alle Netzwerkpartner, Freunde und Förderer in die Familienberatungsstelle fabe Bruneck, Oberragen 15, herzlichst ein.

PROGRAMM
17.00 Uhr Grußworte von Dir. Elisabeth Rechenmacher und Präs. Christian Meyer
17.15 Uhr Landesrätin Martha Stocker und Landesrätin Waltraud Deeg
17.30 Uhr Geschichtlicher Rückblick von Stellenleiterin Marlies Pallhuber
17.45 Uhr Bilder und Gedanken zum Thema Seele durch das Kunstgymnasium Bruneck
18.00 Uhr Buffet | Musik

Die Feier wurde durch die Musikschule Bruneck musikalisch umrahmt; Schüler und Schülerinnen der Landeshotelfachschule Bruneck verwöhnten die Gäste mit guten Speisen, ganz im Sinne: „Tu deinem Leib was Gutes, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen“.

Seele
geschrieben von Stefan Schmalholz

Was ist die Seele? – Auf diese Frage gibt es so viele Antworten wie philosophische Schulen, wie große Weltreligionen und kleine Glaubensgemeinschaften, wie psychologische Denkschulen, ja vermutlich so viele Antworten wie es Menschen gibt.
Meine Seele spiegelt den psychologischen Aspekt des Menschen wider. Die Gedanken und Erlebnisse von Kindheit auf, positive aber auch negative, prägen die Seele“, sagt beispielsweise Ariane Profanter dazu.

Ich stelle mir die Seele in diesem Zusammenhang wie ein Buch vor, in dem wir unser Leben lang an unserer persönlichen Geschichte schreiben. Ein paar Seiten sind schon bei unserer Geburt beschrieben – welche Erfahrungen haben wir im Mutterleib gesammelt? Hat Mama gut auf sich Acht gegeben? Haben Mama und Papa oft mit uns gesprochen? Haben wir Klassik, Jazz oder Heavy Metal zu hören bekommen?
In den ersten Jahren schreiben dann noch sehr stark unsere Eltern oder nahen Bezugspersonen an unserer Geschichte. Nehmen sie unsere Bedürfnisse wahr und gehen auf diese ein? Erfahren wir ausreichend Nähe, Geborgenheit und Schutz? Gibt es aber auch klare Grenzen, an denen wir uns orientieren können?
Je älter wir werden, desto mehr nehmen wir selbst das Heft in die Hand. Manchmal streiten wir heftig darum, wer denn nun der Hauptautor sein soll – das nennen wir dann Pubertät. Wir machen zunehmend eigene Erfahrungen – manche davon möchten wir hinterher am liebsten ausradieren. Aber auch sie gehören zu unserer ganz persönlichen Geschichte und manche werden mit ein bisschen Abstand betrachtet zu lustigen Anekdoten, manche zu schmerzlichen Lehrstücken.
Sind wir erwachsen, haben wir oft die Qual der Wahl – wie sollen wir nur all die leeren Seiten füllen? Wo und wie sollen wir Leben? Was gibt uns so etwas wie Sinn oder Erfüllung? Oder das Leben schreibt uns einen Teil der Geschichte vor und wir müssen sehen was wir daraus machen, auch wenn diese Geschichten oft ungerecht oder sogar grausam sind.

Als Therapeuten dürfen wir an vielen dieser Lebensgeschichten teilhaben. Erleben, wie mutig, kreativ und kraftvoll diese geschrieben werden. Und sollte der Schreibprozess mal in einer Sackgasse stecken, kann die Psychotherapie einen Rahmen bieten, diesen Prozess neu zu beleben oder einmal zurückzublättern und sich zu erinnern, wie viele Stärken unsere bisherige Geschichte bereithält.

Seele
geschrieben von Vera Trebo

„Seele“ – ein beinahe magisches Wort,
wo kann man sie finden, an welchem Ort?
Bestehend aus vielen Farben,
aus einigen Narben,
Genuss, Leidenschaften und Spiel,
Beziehungen, Gefühle und Gedanken zu erkunden, ist des Psychologen Ziel.
Dabei stets die Seele des anderen zu berühren,
seine Verletzungen zu erspüren,
Träume und Wünsche zu erkennen,
und Schwierigkeiten gemeinsam zu benennen.
All dies ist nötig, um Ressourcen zu aktivieren,
Hindernisse zu passieren,
Lösungswege zu finden,
oder sich an andere Menschen zu binden.
Wenn sich Seelen berühren, gelingt es Geheimnisse zu entschlüsseln,
zu unterscheiden zwischen Sein, Wollen und Müssen.
Es ist möglich, die verschiedenen Jahreszeiten des Seelenlebens zu respektieren,
und dabei auch die Sprache des Körpers nicht zu ignorieren.
Die menschliche Seele braucht Beziehungen, um zu leben,
möchte Liebe und Wertschätzung erfahren und geben.
Deshalb ist der Platz der Seele immer dort,
wo Menschen sich umeinander bemühen mit Tat und Wort.
Wo man Feste feiert, sich austauscht und lacht,
und Körper und Geist Freude damit macht.